Der Morgen danach

Da ich gestern als Kletterbaum für meine beiden zehnjährigen Cousins herhalten musste, habe ich mir doch tatsächlich die eine oder andere Blessur zugezogen. Daran sieht man, dass man älter wird. Sage Gott meinen Dank. Wenigstens hatte ich beim herumbalgen tatkräftige Unterstützung durch meinen älteren Zwilling. Doch doch, das gibt es. Geübt durch so manche Kneipenschlägerei innerbrüderliche Auseinandersetzung waren wir anfangs gut gerüstet gegen die gemeinen Attacken und hinterhältigen Angriffe unserer Verwandten jüngsten Grades. Natürlich mussten wir diesmal auf die Motorsägen und Messer verzichten, da das immer zu viel Lärm macht und sich auch noch älteres Personal in der Nähe befand. Das Ergebnis war allerdings das gleiche und hätte so manchem Splatter alle Ehre gemacht. - Nach einigen Stunden im Krankenhaus habe ich meinen Arm und die meisten Finger wieder. Während ich mühsam meine Worte an eine junge Krankenschwester diktiere, die einen blassen Lichtstrahl in die Schwärze meiner qualvollen Drangsal bringt, höre ich, dass mein Bruder noch künstlich beatmet wird. Zum größten Teil sei er inzwischen wieder instand gesetzt. Es war ein Fehler von uns die Jugend zu unterschätzen. Dummer alter Mann. Gute Freunde werden uns in Kürze gefälschte Papiere vorbeibringen. Sobald wir transportfähig sind werden wir dieses Land verlassen. Unerkannt! Die plastische Chirurgie soll ja inzwischen wahre Wunder vollbringen..

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Das "Drogen-Schild" hatte ich gar nicht gesehen!!